
Um eine Sauce Hollandaise herzustellen, wird Eigelb in einem Wasserbad
so lange vorsichtig erwärmt, bis es kurz vor dem Gerinnen ist. Dadurch
wird die Sauce dicker und schließlich gebunden. In der Praxis
ist es sehr schwierig den Punkt der größten Bindung (man spricht von
der "Rose") zu finden, ohne dass das Eigelb gerinnt.
Wie man an der Kurve sehen kann, liegt zwischen der optimalen Viskosität und dem
Gerinnen nur ein Temperaturintervall von ca. 5-7°C. Den Punkt der Rose findet man
heraus, indem man etwas von der erwärmten Eigelbmasse auf einen Kochlöffel gibt und diesen
tet. Niommt das Eigelb die Form einer von oben betrachteten Rose an, besitzt es die höchste Viskosität.
Erhitzt man eine selbst hergestellten Sauce Hollandaise über diesen Punkt hinaus,
gerinnt das Eigelb und damit die ganze Soße. Industriell hergestellte Hollandaise
kann jedoch sehr stark erhitzt werden, ohne dass das enthaltenen Eigelb gerinnt.
Der Grund lieg darin, dass bei den industriellen Produkten die Emulsion nicht
alleine durch Eigelb erfolgt, sondern durch künstliche Emulgatoren und Dickungsmittel.
Dadurch benötigt man nur sehr geringe Mengen an Eigelb, die praktisch nicht mehr
gerinnen können, da die anderen Bindemittel das Eigelb umhüllen und das Gerinnen
verhindern.
Weitere Stabilität kann Soßen gegeben werden, indem man sie saurer macht. Dies
geschieht z.B. mit Essig, Zitrone oder Wein. Wird der Ph-Wert abgesenkt, bleibt die
Emulsion wesentlich länger stabil.
Die Mayonnaise wird, im Gegensatz zu den Saucen kalt aufgeschlagen. Auch hier
entsteht durch die vorsichtige Zugabe von Öl zu dem Eigelb eine Emulsion, die
durch Zugabe von Essig stabiler gemacht wird.